Digitaler Minimalismus

05.06.2019

Eines der ersten Dinge, die während dieser Untersuchung deutlich wurden, ist die Tatsache, dass unsere kulturelle Beziehung zu diesen Tools aufgrund ihrer Vermischung von Schaden und Nutzen verkompliziert wird. Smartphones, allgegenwärtiges WLAN, digitale Plattformen, die Milliarden Menschen miteinander verknüpfen – das sind grossartige Innovationen! Nur wenige ernst zu nehmende Kommentatoren sind der Meinung, dass wir besser dran wären, wenn wir in ein früheres technologisches Zeitalter zurückfielen. Doch gleichzeitig sind wir es leid, uns als Sklaven unserer Mobilgeräte zu fühlen. Diese Tatsache erzeugt eine durcheinandergewürfelte emotionale Landschaft, in der Sie zu schätzen wissen, dass Sie auf Instagram inspirierende Fotos finden, und sich gleichzeitig darüber ärgern, dass die App sich in Ihren Feierabend drängt, den sie früher im Gespräch mit Freunden oder lesend verbracht haben. Die häufigste Reaktion auf diese Klagen ist die Weitergabe schlichter Lifehacks und Tipps: Wenn Sie ein digitales Sabbatical einlegen oder Ihr Smartphone nachts nicht neben das Bett legen oder die Benachrichtigungen deaktivieren und sich für mehr Achtsamkeit entscheiden, können Sie vielleicht all das Gute behalten, das Sie überhaupt erst an diesen neuen Technologien gereizt hat, und trotzdem ihre negativsten Auswirkungen umgehen. Ich verstehe den Reiz dieser schlichten Vorgehensweise, denn sie enthebt Sie der Notwendigkeit, harte Schnitte in Ihrem digitalen Leben vorzunehmen: Sie müssen nichts aufgeben, auf keine Vorteile verzichten, keinen Ihrer Freunde vor den Kopf stossen und keine gösseren Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen.

Doch wie denjenigen, die solche Formen kleinerer Korrekturen vorgenommen haben, inzwischen zunehmend klar wird, sind Willensstärke, Tipps und halbgare Lösungen nicht ausreichend, um das Eindringen der neuen Technologien in unsere kognitive Landschaft im Zaum zu halten. Das Suchtpotenzial ihrer Erscheinungsform und die Stärke des damit zusammenhängenden kulturellen Drucks sind zu stark, als dass ein Ad-hoc-Ansatz Wirkung zeigen könnte. Bei meiner Arbeit zu diesem Thema bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass wir stattdessen eine voll ausgereifte Philosophie der Technologienutzung brauchen, die tief in unseren Wertvorstellungen verwurzelt ist und klare Antworten auf die Fragen bietet, welche Tools wir verwenden und wie wir sie verwenden sollten, und die uns – was ebenso wichtig ist – in die Lage versetzt, selbstbewusst alles andere zu ignorieren.
Es gibt viele Philosophien, mit denen sich diese Ziele erreichen lassen. Das eine Extrem sind die Neoludditen, die eine Abkehr von den meisten modernen Technologien propagieren. Am entgegengesetzten Ende der Skala stehen die Quantified-Self-Verfechter, die sorgfältig digitale Geräte in alle Aspekte ihres Lebens integrieren mit dem Ziel, ihr Dasein zu optimieren. Von den unterschiedlichen Wertvorstellungen, die ich untersucht habe, ragte als überlegene Antwort insbesondere eine heraus für all diejenigen, die sich trotz der derzeitigen technologischen Überforderung immer noch wohlfühlen wollen. Ich bezeichne sie als digitalen Minimalismus, und sie folgt der Überzeugung, dass bei unserem Verhältnis zu digitalen Tools weniger mehr sein kann.

Quelle: Cal Newport; DIGITALER MINIMALISMUS | Redline Verlag www.m-vg.de

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