International

STRATEGIE DIGITALE SCHWEIZ, BR 2016

Sicherheit und Vertrauen

Der Staat muss im digitalen Zeitalter seinen Aufgaben zum Schutz von Gesellschaft und Wirtschaft wirkungsvoll gerecht werden können. Für das Gesamtsystem Schweiz gesehen, müssen die Strukturen und Prozesse in den jeweiligen Verantwortungsbereichen von Staat und Wirtschaft, insbesondere bei den kritischen Infrastrukturen, etabliert sein, um den Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken zu gewährleisten. Da Cyber-Risiken internationaler Natur sind, muss die Schweiz auch in die relevanten internationalen bzw. europäischen Strukturen und Prozesse zur Zusammenarbeit im Bereich der Netzwerk- und Informationssicherheit eingebunden sein. Dazu gehört die Evaluation innovativer Projekte im Bereich sicheres Internet mit autonomen Adressen und Verschlüsselungstechniken.

Die technologischen Entwicklungen und der starke Trend zur mobilen Internetnutzung führen zu ständig neuen Sicherheitsrisiken im Online-Bereich. Der Bund setzt sich daher in Zusammenarbeit mit den Kantonen, der Wirtschaft und der Wissenschaft für einen verbesserten Schutz der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, im Online-Bereich ein. Im Bereich des regulierenden Jugendmedienschutzes prüft er zudem, welche Lücken auf gesetzlicher Ebene bestehen und erarbeitet Lösungen, um diese zu schliessen.

Die Position der Schweiz im internationalen Vergleich

Verglichen mit den europäischen Spitzenreitern (Luxemburg, skandinavische Länder) liegt die Schweiz bezüglich der Penetration (Internetnutzung) mit 89,1 % leicht zurück (Stand 30.06.2014). Bei den Jugendlichen und Erwerbstätigen liegt diese Rate inzwischen allerdings deutlich über 90 %, wie aus Nutzungsstudien z.B. bezüglich Smartphones hervorgeht.

Anbieterseitig können Schweizer Unternehmen mit den globalen Schwergewichten nicht mithalten, obwohl in der Schweiz sämtliche Voraussetzungen (hohes Bildungsniveau, Finanzkraft, Forschungsstandort, Innovationskraft, Stabilität etc.) für erfolgreiche Entwicklungen und Leistungen gegeben sind. Die Durchdringung und Umwandlung traditioneller Märkte und Strukturen mit neuen Ansätzen beansprucht sehr viel Zeit. Trotzdem machen findige Startups auch hier von sich reden und werden von Global Players gefördert. Dank der globalen Präsenz und Wirkung digitaler Dienste, Medien und Netzwerke besteht also Hoffnung, dass sich die bisher verhaltene Schweizer Szene rascher und kräftiger entwickelt.

Tradition, Strukturen, Skepsis gegenüber Macht und Geschwindigkeit tragen zweifellos zu Stabilität und Ausgleich bei, wirken aber auch hemmend, wenn es darum geht, sich in höchst dynamischen Umfeldern zu behaupten. Bereiche mit bisher starker Wertschöpfung (z.B. Finanzplatz) erodieren, während andere Bereiche (z.B. Behörden, Gesundheitswesen, Schulen) Nachholbedarf aufweisen. Die Ausschöpfung des volkswirtschaftlichen Nutzens der ICT und ihrer Mittel liegt hinter den Chancen und Potenzialen insgesamt weit zurück.

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