Neue Studie in der Verlagsbranche!

06.02.2018

Publishing 4.0 folgt dem Muster des Industrie 4.0-Konzeptes und eröffnet Verlagen neue Gestaltungs- und Geschäftsperspektiven

Quelle: xpublisher.com

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse präsentieren Xeditor/Xpublisher, die Buchwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) und Heinold, Spiller & Partner (HSP) die zehn Kernaussagen der neuen Studie “Publishing 4.0 – Chancen, Anforderungen und Konzepte”. Die Studie zeigt, wie Verlage das Potential des Publishing 4.0-Konzeptes durch Cross-, Hybrid-Media und Digital Content-Services nutzen können. Ziel der Studie ist es, den Verlagen in Form von zehn Kernaussagen eine Entscheidungshilfe zu liefern, auf deren Basis sie eine zukunftssichere Content- und IT-Infrastruktur für ihr Geschäftsmodell entwickeln können.

Die zehn Kernaussagen der Studie werden am 19. Oktober um 10 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.1, B 93. von Jörn Fahsel (FAU) vorgestellt. Es folgt eine Podiumsdiskussion, die Ehrhardt Heinold (HSP) moderiert. Petra Michael (Cornelsen), Franziska Schiebe (Verlagsgruppe Beltz) und Markus Dömer (Carlsen) als Vertreter der Verlagsbranche und Matthias Kraus (Xeditor/Xpublisher) aus Technologieperspektive beleuchten die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Buchbranche. Anschließend haben Pressevertreter um 11 Uhr die Möglichkeit, Herrn Heinold zur Studie zu befragen.

Die Studie ist umsonst und kann ab Dezember 2017 auf den Websites von Xeditor/Xpublisher kostenlos heruntergeladen werden.

Die 10 Kernaussagen der Studie

Die 10 Kernaussagen der Studie

1. Publishing folgt dem Muster der Industrie 4.0.

Mit dem Internet der Dinge bzw. Internet of Everything als allgegenwärtige Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten kündigt sich eine Revolution an, die als „Industrie 4.0“ bezeichnet wird: Mit der Mechanisierung beginnend, entlasteten Maschinen den Menschen zunächst von körperlicher Arbeit. In der Industrie 4.0 unterstützt die Technologie sie durch Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung der Gestaltungs-, Produktions-, Informations-, Kommunikations- und Steuerungsprozesse. Durch das Konzept “Publishing 4.0” wird dieses Muster auf die Medienbranche übertragen, weil Medienprodukte vollkommen digitalisierbar sind, ergibt sich ein beson-deres Potential für Produktivitätssteigerung, für innovative Produkte und Services und neue Geschäftsmodelle.

2. Von Hybridmedia zu Contentservices: Konsequente Kundenorientierung ist der Kern von Publishing 4.0.

Die crossmediale Publikation von Medieninhalten über alle Kommunikationskanäle kann nur als ein erster Schritt hin zum Publishing 4.0 bezeichnet werden. Durch konsequente Kundenorientierung und auf Basis der digitalen, semantischen Aufbereitung von Inhalten und deren produktübergreifender Vernetzung mit Kundenprofilen werden neue Medienformen bis hin zu personalisierten Content-Services möglich. Gleichzeitig ist, wie beim Industrie 4.0-Konzept, eine Vernetzung von physischen und digitalen Medien in Form von „Hybrid Media“-Umsetzungen möglich, z.B. in Form von Augmented- und Virtual Realitity. Nicht nur für Produkte und Services, sondern auch für das Marketing bietet das Konzept Publi-shing 4.0 neue Ansätze: Durch die Vernetzung mit den Kunden über Plattformen und Devices wird eine Ansprache möglich, die sich am Kundenbedarf orientiert. Basis für diesen Kundendialog ist eine wachsende Datenbasis (Big Data), deren Analyse eine Marketingsteuerung bis hin zum einzelnen Kundenprofil ermöglicht. Die wachsende Bedeutung von digitalen Vermarktungswegen erfordert von den Verlagen eine Ausrichtung des Marketings auf „Sichtbarkeit“ (Discoverability), denn nur so können Kunden Pro-dukte und Services wahrnehmen und kaufen. Inhalte werden so zum zentralen Marketingtool: Für das „Content Marketing“ muss der Content mit den gleichen Tools wie der Produktcontent gemanagt werden.

3. Bei Publishing 4.0 werden aus Nutzern Prosumenten und aus Wettbewerb Koopetition.

Aus Konsumenten von Medien werden Prosumenten, die sich nicht nur in Social Media-Kanälen austauschen, sondern sich ihre Medienprodukte auf Contentplattformen selbst zusammenstellen oder sogar erstellen können. Durch die Messung dieser Nutzerdaten in Echtzeit bieten sich für Verlage neue und verbesserte Möglichkeiten für die Produktentwicklung und -vermarktung: Zu-nächst um kundenzentrierte Produkte und Services anzubieten, dann aber auch, um aus den Datenanalysen Informationen für das Produktmanagement bei Neu- und Weiterentwicklungen zu gewinnen. Mit Blick auf die Kunden, die sich zentrale Zugangsportale wünschen, und auf die hohen IT-Investitionskosten werden aus Wettbewerbern zunehmend Kooperationspartner: Ein Beispiel hierfür sind Fachportale oder Bildungsangebote auf denen Inhalte von verschiedenen Verlagen eingestellt und miteinander verknüpft werden. Auf diesem Weg entstehen durch Coo-petition Plattformangebote mit innovativen Content Services und neuen, plattformbasierten Ge-schäftsmodellen.

4. Geschäftsmodelle bedingen Produkte und Prozesse.

Der Wandel der Fachverlage zu Service- und –Informationsdienstleistern zeigt, in welche Richtung sich Verlage beim Publishing 4.0 entwickeln werden: Nicht mehr das Produkt, sondern kundenorientierte Prozesse stehen im Fokus der Tätigkeit, da nur durch eine prozessorientierte Ar-beitsweise die Dynamik und Flexibilität der Publishing 4.0-Geschäftsmodelle unterstützt werden kann. Zur Umsetzung dieser Prozessorientierung wird ein professionelles Geschäftsprozessma-nagement benötigt, bei dem auf Grundlage von ganzheitlichen Geschäftsmodellen Prozesse modelliert und Produkte und Services entwickelt werden.

5. Produktvarianten bis hin individuellen Medienprodukten und Services brauchen Automatisierung, Standardisierung und Geschäftsmodellierung.

Standardisierung bildet die Grundlage für die Umsetzung von Publishing 4.0: Diese ermöglicht es einerseits Prozesse beherrschbarer und damit effizienter zu machen, und ist andererseits Voraussetzung für Automatisierung und Arbeitsteilung. Verlage sollten dabei vorhandene Standards nutzen und adaptieren. Um Publishing 4.0-Produkte und Services zu entwickeln und dafür Produktionssysteme auszuwählen, empfiehlt sich eine Kombination beispielsweise aus folgenden vier Ansätzen: 1. Geschäftsprozessmodellierung (u.a. unter Verwendung der Workflow-Elemente der Berliner Werkstatt) 2. Agile Vorgehensmodelle, beispielsweise Storymaps, als Verfahrensstandard 3. Beschaffenheitsstandards wie XML, E-Pub, oder docbook 4. Anforderungsschablonen oder UML als Verständigungsstandard.

6. Inhalte müssen medienneutral, intelligent und maschinenlesbar aufbereitet werden.

Eine weitere Basis für Publishing 4.0 bilden strukturierte Dokumente und Daten für eine automatische und im Folgeschritt intelligente und maschinelle Weiterverarbeitung. Dafür ist die medienneutrale Datenhaltung in XML und die strukturierte Erfassung in Dokumentenstandards wie DocBook oder TEI eine Grundvoraussetzung. Denn damit ist eine Weiterverarbeitung (beispielsweise über Transformationsskripte), der automatische Daten-Austausch mit anderen Systemen oder die Vernetzung nach dem Linked-Open-Data-Konzept möglich. Zur intelligenten und maschinenlesbaren Aufbereitung gehören auch die Metadaten, die nicht nur im Hinblick auf die Distribution eine zentrale Funktion beim Publishing 4.0 erfüllen. Auch hier gibt es mit dem ONIX-Format und der THEMA-Klassifikation bereits weltweite Standards. Durch ein “Semantic Enrichment” werden intelligente und vernetzte Content-Services möglich. Die Grundlagen zur Inhaltsklassifikation und damit den Rahmen für das semantische Tagging bilden Taxonmien, Thesauri, Topicmaps oder Ontologien.

7. Publishing 4.0 hat Geschäftsmuster, die als Orientierung für die Strategieentwicklung dienen können.

Es lassen sich vier Geschäftsmodellmuster unterscheiden: 1. Beim printfokussierten Modell steht das gedruckte Werk im Mittelpunkt der Wertschöpfung, auch wenn daraus digitale Verwertungen entwickelt werden. 2. Beim crossmedialen Modell geht es um die Erstellung und Auslieferung von (optional unterschiedlichen) Inhalten auf unterschiedlichen Kanälen. 3. Beim hybriden Modell geht es um die Verknüpfung von physischen und digitalen Medien. 4. Beim Publishing 4.0-Modell geht es um die Erstellung von plattformbasierten und kundenorientierten Contentservices. In der Realität der Verlage existieren diese Modelle nebeneinander und erfordern ein komplexes Management unterschiedlicher Geschäftsmodelltypen.

8. Die bausteinbasierte Modellierung von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen mit einfachen Standardsprachen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung von Publishing 4.0.

Die bausteinbasierte Modellierung von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen als einfache und ganzheitliche Standardsprache bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung von Publishing 4.0. Mit dem “Content Business Engineering”-Ansatz bietet das Konzept von Publishing 4.0 ein Modell zur ganzheitlichen Entwicklung von Geschäftsmodellen und Definition von Geschäftsprozessen. Die Grundlage bilden zwei Modelle: 1. Zur Geschäftsmodellentwicklung wird das „Business Modell Generation Canvas“-Modell verwendet. 2. Zur Geschäftsprozessmodellierung werden die Workflow-Elemente der Berliner Werkstatt erweitert. Dabei werden einerseits die Prozessbausteine fachlich erweitert und in Anlehnung an die Picture Methode branchenspezifische Notationen erhalten, anderseits technisch erweitert, um in das Modell „Business Process as a Service“ (BPaaS) integrierbar zu sein. Als Vision wird so eine ganzheitliche Methode zur “Publishing 4.0”-Geschäftsentwicklung ge-schaffen: Von der Strategieentwicklung über die Geschäfts- und Prozessmodellierung bis hin zur Implementierung über einen durchgängig bausteinbasierten Lösungsansatz.

9. Publishing 4.0 benötigt eine cloudbasierte und modulare IT für den gesamten Workflow vom Autor über Redaktion bis Leser bzw. Prosumenten.

Um die Dynamik und Flexibilität einer Publishing 4.0-Konzeption umsetzen zu können, müssen alle Teilnehmer in der Wertschöpfungskette über eine web- und cloudbasierte IT-Infrastruktur eingebunden werden. Der gesamte Prozess von der Produktkonzeption über die Contenterstellung bis hin zur Vermarktung muss über miteinander vernetzte IT-Bausteine abgebildet werden können. Solche Lösungen müssen als „Publishing-Workflow as a Service“ umgesetzt werden, denn so sind sie skalierbar und können sogar nur projektbezogen genutzt werden. Damit sind sie auch von kleinen Verlagen ohne große IT-Budgets (oder sogar nur projektbezogen) nutzbar.

10. Publishing 4.0 bedeutet die Einstellung auf die permanente Veränderung von Kundenbedürfnissen, Wettbewerbsumfeld und Geschäftsmodellen.

Das Konzept von “Publishing 4.0” ist durch seine Flexibilität auf die immer schneller werdenden Veränderungen in den Bereichen Gesellschaft, Technologie, Medien, Kunden und Geschäftsmodelle optimal eingestellt: Die Prozesskette – von der Erstellung bis zur Vermarktung – ist jederzeit an neue Technologien und Geschäftsmodelle anpassbar. Im Mittelpunkt steht die Erhöhung des Kundennutzens durch ein zunehmendes Angebot von Contentservices (anstelle von Produkten) und die erhöhte Vernetzung mit Kunden und Partnern. Dabei ist eine strategisch sensitive Beobachtung von veränderten Wettbewerbsumfeldern und Kundenbedürfnissen die zentrale Aufgabe. Die Herausforderung für die Verlage besteht darin, diese sich ständig ändernden Anforderungen durch eine Anpassung der Unternehmenskultur zu ermöglichen und nachzuvollziehen. Diese Anpassung betrifft alle Bereiche der Unternehmenskultur, von der Organisation, über Abläufe, Kommunikation, Mitarbeiter bis hin zur Führungskultur. Ohne dieses Change-Mindset wird ein Verlag nicht in der Lage sein, das Konzept von Publishing 4.0 umzusetzen.

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