„Es ist Zeit für eine romantische Revolution“

22.08.2018

Der Unternehmer und Business-Vordenker Tim Leberecht im Interview über den aufgezwungenen Reduktionismus der Datenökonomie, emotionale und rational-analytische Wahrheiten sowie die Chance, industrielle Kompetenz mit einem neuen Humanismus zu kombinieren. – Ein gekürzter Auszug aus der Studie „Siegeszug der Emotionen – Erfolgreich in die intensivste Wirtschaft aller Zeiten“.

Quelle: zukunftsinstitut.de

Warum, glauben Sie, ist die Menschheit reif für ein neues Zeitalter der Romantik?

Die Romantik als Geistesbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts fungierte als Übergangsphase, und so ist es jetzt auch wieder. Damals war sie eine Antwort auf die Entzauberung der Welt, die durch den absoluten Glauben an die Rationalität der Aufklärung, die empirische, praktische Vernunft bedingt war. Und jetzt sind wir durch die Digitalisierung wieder an einem solchen Punkt der Entzauberung angekommen. Wir wollten mehr Bequemlichkeit und finden uns wieder in einer Welt dominiert von digitalen Plattformen aus dem Silicon Valley, die wir tief in unser Privatleben haben eindringen lassen. Wir haben von mehr Demokratie geträumt, und was haben wir bekommen? Facebook. Wir wollten uns selbst verwirklichen, und stellen fest, dass wir nun oft nur noch auf einen Datensatz reduziert werden. Wir haben davon geträumt, dass uns Technologie menschlicher macht, und stellen fest, dass sie uns entmenschlicht – uns entweder zu smarteren Maschinen macht oder überflüssig.

Es reicht uns heute nicht mehr, ein produktives und erfolgreiches Leben zu führen, wir wollen vor allem auch ein schönes Leben führen, ein sinnerfülltes und auch sinnliches Leben. Und wir hoffen alle insgeheim, dass das, was sichtbar und messbar ist, nicht alles ist, nicht alles sein kann. Es ist wieder Zeit für eine romantische Revolution, und diesmal muss sie aus der Wirtschaft heraus stattfinden, dem wirkmächtigsten System unserer Zeit.

Was macht diese neue Romantik genau aus?

Vor dem Hintergrund von KI und Automatisierung wird die Frage „Was macht uns menschlich?“ gleichzeitig zu der Frage „Was macht uns als Marke, als Unternehmen eigentlich noch speziell?“. Die Antwort auf beide lautet: Romantik. Wenn alles, was effizient gemacht werden kann, von Maschinen noch effizienter gemacht werden wird, dann wird die wichtigste Arbeit für uns Menschen die sein, die schön gemacht werden muss – mit Hingabe, Fantasie, Intuition, Einfühlungsvermögen und Leidenschaft. Wenn Technologie alles erklärt, alles entzaubert, müssen Unternehmen neue Mehrdeutigkeiten, neue Geheimnisse schaffen. Wenn alles hypereffizient ist, müssen Unternehmer den empfindlichen Einschnitten in unsere menschliche Autonomie eine neue Empfindsamkeit entgegensetzen. Wir müssen das Spielfeld wieder vergrößern und die Gefühle wieder ins Zentrum der Gesellschaft stellen, anstelle sie nur den politischen Rändern zu überlassen. Wir müssen gegen digitalisierte Bürokratien und Automatismen wieder ästhetische Sensibilität setzen und Künstlicher Intelligenz mit künstlerischer Intelligenz begegnen. Wenn wir diese Einsicht, diese neue Romantik, in der Wirtschaft platzieren, dann profitieren wir auch wirtschaftlich.

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