Wenn das Auto die Kinder allein von der Schule abholt

09.04.2017

Daimler ist die neue Nummer 1 im deutschen Premium-Autobau. Doch die Konkurrenz aus München hat Ambitionen auf die technologische Marktführerschaft, das belegen die BMW-Modelle i3 und i8. Der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Harald Krüger, spricht nun auch über die automobile Zukunft des autonomen Fahrens – und erklärt, warum die nächsten BMW-Modelle noch recht vertraut aussehen werden.

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BaS: Herr Krüger, das große Thema der Automobilindustrie ist autonomes Fahren …

Krüger: Stimmt! Digitalisierung, autonomes Fahren, die weitere Elektrifizierung des Antriebs und der Trend, Dinge nicht mehr zu besitzen, sondern zu teilen, stehen zurzeit im Fokus unserer Industrie. Mit der Strategie NUMBER ONE >NEXT haben wir einen guten Rahmen entwickelt, die Chancen, die der Wandel in unserer Branche eröffnet, zu nutzen.

BaS: Wann wird autonomes Fahren halbwegs normal sein?

Krüger: Die ersten Angebote für echtes hochautomatisiertes Fahren werden wir im Jahr 2021 sehen. Begonnen hat das teilautomatisierte Fahren für uns ja schon im Jahr 2011 – damals fuhr ein Versuchsfahrzeug von uns ohne Fahrereingriff auf der Autobahn A 9 von München in Richtung Nürnberg. Der neue 7er kann bis 210 km/h anderen selbstständig folgen und findet ­seinen Weg in die Garage sogar ganz ohne Fahrer per Knopfdruck. Dass das Auto aber völlig autonom, also fahrerlos, vom Parkplatz irgendwo in der Stadt zu Ihnen kommt, wenn Sie auf das Smartphone drücken, das wird noch ein bisschen dauern. Die Übergänge vom automatisierten Fahren zum voll­autonomen Fahren werden fließend sein. Unser Anspruch ist die Technologieführerschaft. Unsere Beteiligung an HERE ­sichert uns dabei den Zugang zu hochpräzisem Kartenmaterial. Die Partnerschaft mit Intel und Mobil eye wird den Weg zur Serienreife beim hoch- und vollautomatisierten Fahren entscheidend voranbringen.

BaS: Wird autonomes Fahren etwas für eine vor allem finan­zielle Avantgarde sein oder für alle?

Krüger: Automatisiertes und autonomes Fahren kann es über alle Fahrzeugsegmente geben. In dem Augenblick, wo die Technik sicher funktioniert – das Kritische sind ja im Moment weniger die Autobahnen, sondern die Komplexität der Verkehrseinflüsse auf den Landstraßen –, kann man sie in einem großen Fahrzeug ebenso verbauen wie in einem kleinen. Ich rechne fest damit, dass autonomes Fahren in der Mitte des nächsten Jahrzehnts fester Bestandteil auf den Straßen ist. Sie bietet ganz neue Chancen: Denken Sie an ältere Mitbürger ohne Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, denken Sie an ein bisher undenkbares Niveau bei der Sicherheit und denken Sie vor allem auch an die Zeit, die wir für unsere Kunden freispielen können.

BaS: Wie sieht so etwas aus?

Krüger: Ein Beispiel: Autofahrer in chinesischen Metropolen verbringen bis zu 33 Tage im Jahr im Stau. Wenn es uns gelingt, ihnen 30 Tage dieser Zeit zurückzugeben, weil sie aufgrund hochinnovativer Systeme den Stau umfahren oder zumindest während der Zeit im Stau etwas anderes tun können, dann ist das ein unschätzbarer Mehrwert.

BaS: Worin werden sich die Marken dann unterscheiden? Was wird denn aus dem BMW-Motto „Freude am Fahren“, wenn sich die Parameter des individuellen Fahrerlebnisses reduzieren?

Krüger: Bei uns wird es auch in Zukunft so sein, dass der Fahrer entscheidet, was er möchte: selbst fahren oder sich fahren lassen. An einem schönen sonnigen Tag werden BMW-Fahrer auch in Zukunft selbst zum Lenkrad greifen und die Fahrt über die Landstraße genießen. Wir verkaufen nicht Transport von A nach B – sondern weiterhin Emotionen. Wer nur Transport von A nach B anzubieten hat, für den wird es schwierig, sich zu differenzieren. Wir sehen das ja heute schon: Wenn die Menschen ein Taxi rufen, weil sie von A nach B möchten, dann schauen sie nicht, welche Marke da herangefahren kommt – sondern höchstens, ob der Fahrer vertrauenswürdig aussieht. Für die Hersteller, deren Autos nichts weiter als Transportmittel sind, wird es eine deutliche Herausforderung, wenn autonomes Fahren für alle Realität sein wird. Die BMW Group ist im Premiumsegment unterwegs – da zählen auch in Zukunft Design, Tradition und Marke. Wir haben im Rahmen unserer Aktivitäten zu unserem 100. Jubiläum Visionsfahrzeuge von BMW, MINI und Rolls-Royce vorgestellt. Sie zeigen, wie ein individuelles Fahrerlebnis in Zukunft aussehen könnte.

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