DIGITAL VOICE

World Changes. Technology. Business Transformation. Innovation. Future.

Digitalisierung nicht verschlafen

Jan Flückiger, NZZ

“Die Aufgabe der Politik ist es, sich diesem Dialog zu stellen und ihn mitzugestalten. Sie darf keine Gesetze machen, um die Pferdehändler und Kutschenbauer der analogen Welt vor Wettbewerb zu schützen.“

Megatrend Digital Transformation

Prof. Dr. Stephanie Teufel
Director iimt - international institute of management in technology
Chair of ICT Management
University of Fribourg
Bd de Pérolles 90
1700 Fribourg / Switzerland
www.iimt.ch

The future has begun. The digital revolution of the 21st century is characterised by the omnipresence of sensors, networks as wells as Information and Communication Technology. The ubiquity of digital technologies imply profound political, economical and societal changes.

arrow

Big, as well as medium and small entreprises must focus on their strategic main tasks:

• Digitisation of business processes and models Sector independent, new technologies will change typical business processes and models.

• Innovation culture A fast change is a visible sign of the digitisation: Innovation is a must.

• Change Management: Digital Transformation Profound knowledge and technological know-how are requirements for a digital success story.

Another important keyword is “life long learning”. In order to face daily challenges in a fast changing business environment, one’s need the required skills and know-kow to succeed. These analytical, professional and social skills for mastering the digital challenges are provided in the iimt Executive Programmes. Participants can acquire the necessary skills in a variety of flexible and modular course programmes from single courses up to an Executive MBA programme. An interactive learning experience, a national and international faculty and the combination of theoretical aspects and practical inputs are only a few success factors. iimt students - tomorrow’s leaders - will be ready to face the digital challenges. Lead the digital transformation and be ready to face the digital.

Challenges ahead! Stephanie Teufel

Meine Daten gehören mir

"Auf die Frage, wem die Daten des Connected Car gehören, kann es nur eine Antwort geben: natürlich demjenigen, der sie mit dem Fahrzeug und den dort eingebauten Systemen erzeugt – also dem Fahrer", sagt Karsten Schramm, Aufsichtsratsvorsitzender des Münchner Start-ups Brabbler, das sich den Schutz der Privatsphäre im Internet auf die Fahnen geschrieben hat.

arrow

Der Grund dafür ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, demzufolge der Einzelne grundsätzlich selbst bestimmen kann, welche personenbezogenen Daten er preisgibt und wie sie verwendet werden dürfen. Und gerade in vernetzten Autos ist eine umfassende Erhebung personenbezogener Daten möglich. Über ihre Sensoren lassen sich weitreichende Bewegungsprofile erstellen und "dank" Mikrofonen und Kameras, also via Audio- und Videoerfassung, könnten beispielsweise im Auto geführte Unterhaltungen aufgezeichnet werden.

"Weder die Automobil- noch die Softwarehersteller haben das Recht, die Daten für sich zu beanspruchen und für ihre Zwecke zu nutzen. Das ist inakzeptabel", so Schramm. "Und sich eine Zustimmung über kleingedruckte AGBs von den Fahrern zu holen, ist in höchstem Masse unredlich, denn damit werden die Fahrzeugkäufer quasi durch die Hintertür entrechtet und ihrer Privatsphäre beraubt."

Wir brauchen Calm Technologie

«Wir leben in einer Ära, in der uns Technologie ständig unterbricht», sagt die Harvard-Forscherin Amber Case. «Was wir brauchen, ist aber genau das Gegenteil: Technologie, die uns beruhigt.»

Die Schweiz und Google – eine Liebesgeschichte

Zürich, 17.01.2017 - Sequenz der Rede von Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF Eröffnung Google Sihlpost / Europaallee

arrow

Es ist ein turbulentes Zeitalter. Die Welt ist im Wandel. Technologisch: Die Digitalisierung birgt riesige Chancen, stellt uns aber auch vor grosse Herausforderungen. Wirtschaftlich: Die offenen Märkte werden in Frage gestellt – das macht mir grosse Sorgen. Politisch und gesellschaftlich:
Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind in vielen Ländern unter Druck.

Volksentscheide und Wahlen fallen nicht immer wie erwartet aus.

In einer solchen Umbruchsphase sind Dynamik und Stabilität gefragt. Beides sucht Google. Beides bietet unser Land. Das muss also wirklich eine echte Liebesgeschichte sein. Schreiben wir gemeinsam die nächsten Kapitel!

Für Innovation, Jobs und Wohlstand. Für Google und für die Schweiz.

“Die neue Studie zeigt, dass der deutsche Mittelstand nach neuen Lösungen sucht, mit denen sich der digitale Wandel weiter vorantreiben lässt. Die Unternehmen setzen dabei auf sehr durchdachte Lösungsmodelle, die eher langfristige und nachhaltige Effekte erzielen. Wer heute einen Wettbewerbsvorteil erkämpfen will, muss in die existierende IT-Infrastruktur investieren. Nur so bleiben Mittelständler konkurrenzfähig zu großen Konzernen“

— Jochen Wießler, Leiter Geschäftsbereich Mittelstand und Partner bei SAP Deutschland.

Die Informatik muss den Prozessen folgen

Reto Gutmann, CEO, Abraxas Informatik AG

1. Die prozessorientierte IT: Prozesse dürfen durch die IT nicht eingeschränkt werden. Sie müssen sie unterstützen und vereinfachen. Die Aufgabe gibt die Arbeitsmittel vor, nicht umgekehrt.
2. Die interne Vernetzung: Egal ob auf Bundes-, Kantons- oder Gemeindeebene, die IT-Infrastruktur muss die departementsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen.
3. Die externe Vernetzung: Prozesse müssen kantonsübergreifend abgebildet und hin zu Bevölkerung und Wirtschaft verlängert werden können.

“My Google search is very different from your Google search ... based on how we interact on the Internet. Those [differences] will come out of the computer and into the home and then to all the other services that we decide to transact on.”

— Stacy Brown-Philpot, the CEO of labor sharing service TaskRabbit, explains her vision of how our lives will become increasingly personalized in the near future thanks to improved automation.

Roger Baur, Geschäftsleiter IAB Schweiz:

Die neue Mediennutzungsstudie über die DACH-Region ist für uns eine sehr gute Sicht auf das Verhalten der Nutzer in den drei Ländern. Wie wir aus der Studie sehen, sind wir nach wie vor ein wachsendes E-Commerce-Land und das bestätigt auch unsere Einschätzung des Marktes. Auch die Entwicklung in der Mobile-Nutzung ist für uns erfreulich und wir sehen auch hier das die Nutzer sehr stark Bewegtbildinhalte konsumieren.

Logistik, Mobilität und Digitalisierung

Prof. Dr. Michael Henke, Institutsleiter Fraunhofer IML, Michael Kadow, Geschäftsführer der HOLM GmbH, und Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter Fraunhofer IML.

Die Digitalisierung hat nahezu alle Bereiche unseres Alltags und vor allem die Logistik- und Mobilitätswirtschaft erfasst und tiefgreifend verändert. Mobilität ist heute ein umfassendes Serviceangebot geworden.

arrow

Die unterschiedlichsten Verkehrsmittel für die nahtlose, häufig emissionsfreie Reise zu nutzen, ohne Fahrpläne studieren oder Tickets persönlich kaufen zu müssen, ist selbstverständlich geworden. Die Warenströme im Land sind fast vollständig transparent. Kunden können für jedes Endprodukt nicht nur erkennen, wo sich die Ware befindet und bestimmen, wohin die Ware wann geliefert werden soll. Ein modernes Informationsmanagement erlaubt es, Details über den "ökologischen Fußabdruck" der Ware zu erhalten (CO2-Ausstoß für Produktion und Transport).

Die Digitalisierung wird nicht dazu führen, dass die Arbeit enthumanisiert wird. Davon gehen 70 Prozent der Experten aus. "Die Digitalisierung wird die menschliche Arbeitskraft nicht ersetzen. Die Arbeitsplätze der Zukunft werden mit Sicherheit anders aussehen als heute, manche werden wegfallen, andere hinzukommen. Wichtig wird es sein, Prozesse und Qualifikationen entsprechend anzupassen", so Prof. Dr. Michael Henke, Institutsleiter am Fraunhofer IML. Aufgrund komplexer und oft wechselnder Tätigkeiten werden Arbeitnehmer mit Mischqualifikationen besonders gefragt sein. Roboter und autonome Systeme gewinnen an Bedeutung, werden den Produktionsprozess aber nicht vollständig übernehmen. Die Bedeutung von Bildung wird zunehmen, Programmieren gehört zum standardmäßigen Lehrplan.

"Twenty years ago, most of us were using desktop computers … Now we have phones … But there's going to be another platform ... and I think that's going to be virtual reality and augmented reality.”

— Mark Zuckerberg explains that he thinks VR will be the next big computing platform jump during an interview with Y-Combinator’s Sam Altman.

„Digitalisierung ermöglicht neue Produktideen, die so bisher nicht realisiert werden konnten. Beispiels- weise können Produktionsdaten in der Cloud bereitgestellt werden, wo sie von Experten analysiert werden, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren.“

Werksleiter, Hersteller von Automatisierungstechnik.

Empowerment für Digitale Souveränität

Markus A. Fischer, 18.07.2016

arrow

"Höchste Zeit, dass eine ernsthafte Diskussion unter Experten, Politikern und der Zivilgesellschaft geführt wird, wie Digitale Souveränität erreicht und gewährleistet werden kann – und zwar für jeden Einzelnen, für Gruppen, Sektoren, Nationen usw. . Wichtig und dringend ist Empowerment zur Digitalen Souveränität; als ein weiterer Baustein zu einem umfassendem Datenschutz der der Forderung einer Informations-, Daten- und IT-Sicherheit aus allen Perspektiven gerecht werden muss. Ohne diese wird die Digitale Transformation nicht gelingen."

Gartner: Zwei Fünftel der IT-Experten sehen ihr IT-Unternehmen gerüstet für die digitale Geschäftswelt

John Hagerty, Vice President und Distinguished Analyst, Gartner

arrow

„IT-Experten gaben an, dass sowohl ihre Investitionsprioritäten, Änderungen der IT-Infrastruktur als auch ihre Kompetenzentwicklung und die Zusammenarbeit zwischen Business und IT in Bewegung sind. Zudem berichten sie, dass sie sich unsicher sind, wie ihr IT-Unternehmen die digitale Transformation überstehen wird. Für einige von ihnen kommt diese Veränderung zu schnell. Für andere kommt sie nicht schnell genug. Viele wissen, dass sie sich verändern, umdenken und anders handeln müssen, aber sie tun sich mit diesen Veränderungen noch schwer. Und anderen wiederum fällt es schwer, gleichzeitig den Anforderungen von heute – zu denen es gehört, das Unternehmen am Laufen zu halten – und den „Must-haves“ von morgen gerecht zu werden.“

"Digitale Technologien verändern das Geschäft von ...

Mark Troester, Vice President Digital Solutions bei Progress.

arrow

... Unternehmen radikal und die treibende Kraft dahinter ist die Customer Experience. Unsere Studie zeigt, dass viele Unternehmen diesen Wandel nicht ernsthaft genug betreiben. Sie müssen aufwachen und erkennen, dass sie nur durch konsequente Digitalisierung am Markt überleben können – und dass sie jetzt damit anfangen müssen."

"Wenn ein Sektor in der Digitalen Transformation Aufholbedarf hast, ist es die Öffentliche Hand".

Silvio Borner, WWZ Basel, aust, 16.06.2016

"Was ich mir wünsche, wären möglichst viele Digitale Zukünfte, frei für die Menschen dieses Landes".

Silvio Borner, WWZ Basel, asut, 16.06.2016

"Im Rahmen der Digitalisierung gewinnen wir Kundennähe."

Joos Sutter, Coop, asut, 16.06.2016

The Digital Future

Berne, 16.06.2016 - Einführung von Bundeskanzler Walter Thurnherr 16. Juni 2016, Association Suisse des Télécommunications (ASUT) Bern

„The Digital Future“ ist das Thema. Doch die Zukunft, wie Sie wissen, ist ein fremdes Land. Wer klug ist, so sagt man, wenn es darum geht, den Weg nach vorne abzustecken, prüft seine Lage. Und wer noch klüger ist, schaut zuerst zurück. Aber versuchen Sie einmal, auf diese Weise ein Auto zu fahren. Nicht jede Tätigkeit lässt sich stetig in die Zukunft extrapolieren. Ihre hier auch nicht. Die Zukunft ist anders, und in der Zukunft versteht man, was anders ist, auch anders. Oder wie man im analogen England sagte: „The future is a foreign country. They do things differently there“ (L.P.Hartley, The Go-Between)

arrow

Und selbst wenn ich die Zukunft kennte: Nehmen sie an, ich hätte Ihnen vor fünf oder sechs Jahren, hier in diesem Rahmen vorausgesagt: meine Damen und Herren, es wird nicht mehr lange dauern, dann wird in Syrien ein grauenhafter Bürgerkrieg ausbrechen; bald werden Sie 1.4 Mio neue Flüchtlinge pro Jahr in Europa haben. In Frankreich ereignen sich ungeheuerliche Attentate, über Monate gelten Notstandsgesetze; in der Ukraine stehen russische Truppen; in Grossbritannien wird über den Austritt aus der EU entschieden und in den USA wird Donald Trump republikanischer Präsidentschaftskandidat. Was hätten Sie gedacht? Gebt ihm den Früchtekorb und lasst ihn weiterziehen!

In der Technologie, vor allem in der Kommunikationstechnologie, waren die Entwicklungen der letzten 25 Jahre so radikal und so umfassend, dass 1990 kaum jemand eine richtige Prognose gemacht und kaum einer eine richtige Prognose geglaubt hätte - selbst wenn diese von der Bundeskanzlei formuliert worden wäre. Sehr vieles davon hat unser Leben verändert. Und wer weiss, vielleicht werden sich die heutige und die künftigen Generationen dadurch unterscheiden, dass die eine das Jahr 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer in Zusammenhang bringt, und die anderen mit der Einführung des World Wide Web.

Lassen Sie mich deshalb, statt im Futur über neue technologische Innovationen zu spekulieren – was ja etwas modisch geworden ist, auch wenn es in der Regel trotzdem anders herauskommt, - ein paar Überlegungen zum politischen Präsens anstellen. Denn auf kaum einem anderen Gebiet werden gegenwärtig mehr und wichtigere Fragen zur Rolle des Staates gestellt als im Bereich der digitalen Entwicklung. Was soll der Staat sicherstellen, was soll er regulieren? Wie soll er regulieren? Was soll er fördern? Was soll er schützen? Wie soll er schützen? Was soll er ahnden, wofür soll er haften? Es sind keine einfachen Fragen. Thomas Friedman, der Kolumnist der New York Times, sagte hier in Bern vor einigen Jahren zur digitalen Entwicklung zurecht: „For the Consumers this change is wonderful, great and cheap. But for Leaders, for any Leaders, it will be difficult and heavy”. Deshalb hier nur ein paar persönliche und sehr holzschnitzartig zusammengefasste Gedanken, wie die Herausforderungen thematisch strukturiert werden könnten:

Zuerst einmal: Bei allen Bedenken über mögliche Risiken der digitalen Entwicklung, welche zum Teil sehr berechtigt sind, zuweilen aber auch mit jener säuerlichen Nachdenklichkeit vorgetragen werden, die für unsere Breitengrade nicht untypisch ist, gilt es m. E. in erster Linie zu unterstreichen, welche ungeheuren Möglichkeiten sich durch die technologischen Fortschritte der letzten Jahre eröffnet haben. Welche völlig neuen Formen der Kommunikation, welche gewaltigen wirtschaftlichen Potenziale, welche Beschleunigungen und welche bis vor Kurzem noch unvorstellbaren Dienstleistungen dadurch abrufbar geworden sind. Ich vermisse diese positive Gewichtung manchmal in der Schweiz. Es scheint teilweise wie vergessen worden zu sein, um nur ein Beispiel zu nennen, wie wir früher jedem guten Buch hinterherrennen, es irgendwo, nach längerem Warten, Bestellen oder Anstehen, einsehen oder für teures Geld erstehen mussten, wie wir ungeduldig vor der flackernden Kopiermaschine Stunden verbracht haben, um gute „Papers“ zu kopieren, wie weit wir reisen mussten, um kompetenten Fachleuten zuzuhören. Und wie unendlich viel schneller und wesentlich billiger wir heute Zugang zu Wissen erhalten, zu jedem beliebigen Thema ein klärendes Video herunterladen oder uns in einen Chat Room einloggen können. Und vor allem: dass Millionen von Menschen in ärmeren Ländern, welche noch bis vor zehn Jahren von einer Ausbildung völlig ausgeschlossen waren, heute in der Lage sind, beste Vorlesungen von Elite- Universitäten zu verfolgen. Das ist eine unglaubliche Verbesserung und ein Segen, allein in diesem kleinen Bereich (gemessen an der Weite des Spektrums digitaler Möglichkeiten), den sich jeder zwei Mal pro Tag deutlich vor Augen führen sollte, bevor er glaubt, an den digitalen Risiken verzweifeln und mit einem elitär verregneten Gesicht über die angeblich ohnehin internet- und videosüchtige Jugend lamentieren zu müssen.

Zweitens, der Staat ist gut beraten, wenn er auf seinem Gebiet eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sicherstellt. Man geht davon aus, dass gut ein Drittel des Wertschöpfungswachstums der vergangenen Jahre aus der zunehmenden Nutzung von ICT stammt (Volkswirtschaft 2015/10). Und dieser Anteil dürfte noch zunehmen. Für die Wirtschaft wird insbesondere ein verlässliches Netz eine unbedingte Voraussetzung. Und für die Bevölkerung zu einem Teil dessen, was bis vor Kurzem vielleicht noch als Komfort wahrgenommen wurde, inzwischen aber bereits als Anspruch formuliert wird. Im letzten Herbst eröffnete ich meinen Kindern, dass wir nach Südfrankreich in die Ferien verreisen würden. Hätte man mir als Kind Ähnliches gesagt (was nicht der Fall war, der Perimeter unserer Ferien reichte bis in die Ostschweiz), so hätte ich gefragt: Wohin genau? Ans Meer? Hotel, Ferienwohnung? Hat es einen Swimming Pool? Unsere Kinder reagierten nur mit einer einzigen Frage: „WIFI?“. Noch vor zehn Jahren bedeutete Grundversorgung, eine Poststelle zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar innerhalb von 20‘ für 90% der Bevölkerung. Das gilt zwar heute noch, aber wenn Sie heute in die Surselva fahren, werden Sie von einem Nationalrat empfangen, der Ihnen freundlich die Hand gibt, dann aber nicht über die Post spricht, sondern fragt: „Weshalb haben Sie bei Ihnen in Bern eine Downloadrate von 50 Megabit pro Sekunde, und wir haben nur zwei?“. Eine qualitativ hochstehende Netzinfrastruktur wird für eine innovative Volkswirtschaft unerlässlich, ein chancengleicher, kostengünstiger, diskriminierungsfreier Zugang zu diesem Netz eine politische Erwartung.

Drittens. Wie alle anderen Infrastrukturen von nationaler Bedeutung ist auch eine schnelle, verlässliche Netzwerkinfrastruktur nicht billig. Und sie schafft Abhängigkeiten. Beides muss der Staat bedenken. Denn viele Dinge der digitalen Zukunft, die wir im Alltag brauchen werden, sind komplex und miteinander verknüpft. „Complexity and Coupling“ bedeuten ein grösseres Risiko. Ich weiss, ein Ausfall im Netz ist unwahrscheinlich. Aber auch nicht unmöglich. Sie kennen vielleicht die Geschichte, welche wie eine Metapher dafür steht: CERN, Large Hadron Collider, Entdeckung des Higgsboson – allen hier ein Begriff (sollte es wenigstens): Es ist die grösste und eine der teuersten Maschinen der Welt, und sie steht (mindestens teilweise) in der Schweiz. 26.7 km lang, 50 bis 175 m unter dem Boden, Ultrahochvakuum in den Röhren, etwa 10 hoch -14 bar. Überall bestückt mit riesigen Magneten, welche auf -271 Grad Celsius heruntergekühlt sind. Protonen, die auf 99.9% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Pakete à ca. 100 Mia Protonen, welche in einer Frequenz von 11 kHz, also 11‘000 Mal pro Sekunde rund herum rasen, gewaltige Detektoren Atlas, CMS, Alice. Allein die Datenmenge des CMS-Detektors ist mit einer 70-Megapixel-Kamera vergleichbar, die 40 Millionen Bilder pro Sekunde schiesst. Kein Datenspeicher auf der Welt existiert, um alle gesammelten Daten am LHC aufzunehmen, weshalb die Rechner bei jedem Test den digitalen Tsunami schon in den ersten Nanosekunden sichten und ca. 99.9% davon aussortieren. Also eine gewaltige Technologie, über Jahre aufgebaut, immer wieder getestet, gesichert und nochmals getestet, dann geprüft und abgenommen und langsam hochgefahren. Und dann, vor wenigen Wochen, kommt ein Marder (ich glaube, es war ein französischer Marder, also ein eigentlicher Grenzgänger), der irgendwo in der Erde nahe dem LHC einige Kabel durchfrisst. Und der ganze Beschleuniger liegt für Tage am Boden (Ich muss hier einen Vorbehalt anbringen, da ich nicht weiss, wo der Marderangriff genau stattfand, und ein grösserer Teil des Tunnels unter französischem Boden verläuft. Vielleicht handelt es sich auch um einen rein „innerfranzösischen Konflikt" zwischen Bestie und Wissenschaft). Ich meine damit nicht unbedingt, dass dem Internet ein Marderangriff bevorsteht. Aber ich frage, welche Vorkehrungen vom Staat getroffen werden sollen, wenn seine Wirtschaft und überhaupt das Funktionieren seiner Gesellschaft derart vom Funktionieren einer digitalen Netzinfrastruktur abhängig sind, für den Fall, dass das Unwahrscheinliche eben doch eintritt. Wer hat noch die Übersicht, welche Systeme alle miteinander verknüpft sind? Welche Algorithmen welche Wirkung erzielen? Wer kann und soll das Risiko abschätzen, und dann eingrenzen? Wie viel Redundanz ist verhältnismässig? Welches Niveau von Sicherheit stellt man wofür genau zur Verfügung? Die Netzinfrastruktur muss schnell sein. Sie muss flächendeckend sein. Aber die Verletzlichkeit und damit die Gewährung der Sicherheit dürfte ein zentrales Element der Diskussion und der Vorsorge bei der Netzinfrastruktur werden.

Viertens. Und in diesem Zusammenhang ein anderer Aspekt: Die digitalen Möglichkeiten haben an einigen Orten der Welt geholfen, gleich mehrere technische Zwischenschritte zu überspringen. In Afrika zum Beispiel sind so „phone based banking systems“ entstanden, welche erstmals bargeldloses Zahlen ermöglicht haben. Das ist wunderbar! Aber, um es etwas verkürzt zu sagen, auch wenn Sie mit dem iPad einen Kühlschrank auswählen, bestellen und bezahlen: Man muss ihn auch über eine Strasse zu Ihnen transportieren können. Und wenn Sie ihn in der Küche aufstellen, müssen Sie ihn an ein Stromnetz anschliessen können. Mit anderen Worten, der Staat, auch bei uns, tut gut daran, die digitale Infrastruktur auszubauen, den „gap“ zur „klassischen Infrastruktur“ aber nicht zu gross anwachsen zu lassen. Diese Infrastrukturen ersetzen sich nicht, zumindest nicht vollständig. Sie ergänzen sich.

Fünftens. Der Staat braucht eine gesamtheitliche und zukunftsorientierte Datenpolitik. Bisher lag der Fokus vor allem bei „traditionellen“ Themen wie Datenschutz, Zugang zu Datenclouds, Anforderungen an die Stabilität des Betriebs und an die Sicherheit vor dem Zugriff unberechtigter Dritter oder auf der wettbewerbsrechtlichen Regulierung marktbeherrschender digitaler Plattformen.

Nur schon am Beispiel des in einem ganz anderen Umfeld als heute konzipierten Datenschutzes zeigt sich aber deutlich, vor welchen Herausforderungen wir heute stehen: Artikel 13 Absatz 2 der Bundesverfassung: „Jede Person hat Anspruch auf Schutz vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten“. Wie setzen Sie das um in einer Zeit, in der immer mehr User bereit sind, Dienstleistungen statt mit Franken und Rappen mit „persönlichen Daten“ zu bezahlen? Sei es bedenkenlos, sei es, weil die fragliche Leistung in anderer Währung gar nicht zu kaufen ist? Wo setzen Sie den Hebel an, wenn Algorithmen aus kleinen, scheinbar belanglosen Angaben, aus Metadaten und weit verstreuten Einzelheiten ein scharfes, aussagekräftiges Gesamtbild rekonstruieren können? Ein Gesamtbild, welches heute zuweilen bedenklich euphemistisch „Nutzerprofil“ genannt wird (früher nannte man das „eine Fiche“). Wie reagiert ein Staat, wenn er davon ausgehen muss, dass über viele Bürgerinnen und Bürger des Landes bei Behörden anderer Staaten weit mehr bekannt ist, als dies im eigenen Land von Gesetzes wegen der Fall sein dürfte? Wie viel Kontrolle über die eigenen Daten geben Sie dem Bürger und der Bürgerin zurück, und wie stellen Sie sicher, dass er und sie diese Kontrolle auch tatsächlich ausüben können.

Es ist nicht so, dass ein Kompass komplett fehlt, aber es ist noch einiges zu tun, und was immer Sie tun, Sie stehen permanent unter Veränderungsdruck. Nehmen Sie die Entwicklung der Clouds, nehmen Sie das Verschmelzen von Biologie und ICT oder das Internet der Dinge. Die Technologie war und ist einer der meist unterschätzten Treiber der Politik. Und bei diesem Tempo und dieser Wirkung der digitalen Entwicklung ist die Zusammenarbeit zwischen Regulator, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik besonders wichtig. Meine Damen und Herren, vielleicht brauchen wir ganz neue und schnelle Wege der Zusammenarbeit, um hier sinnvoll zu regulieren. Eine PPP, nicht zur Finanzierung, sondern zur Regulierung. Denn in keinem anderen Bereich der Politik dürfte das Spannungsverhältnis zwischen „Schutz“ und „Nutzen“ mittelfristig so kontrovers und intensiv diskutiert werden wie hier. Der Staat muss eine Politik definieren. Mit Umsicht, und trotzdem früh genug und mit fachlicher Kompetenz. Und er sollte sich, wie bei jeder Regulierung, auf das Notwendige beschränken. Das ist einfacher gesagt als getan.

Sechstens. Die digitale Zukunft wird zum grössten Teil international reguliert werden. „Sicherheit“, „E-Commerce“, „Urheberrecht“, „Internet Domains“, „Terrorismus-Bekämpfung“ „Börsenhandel“ usw. lassen sich im digitalen Bereich gar nicht ausschliesslich national regeln, schon weil der Staat keinen oder nur einen begrenzten Zugriff auf die entsprechenden Unternehmen und Einrichtungen hat. Globalisierung und Digitalisierung bedingen ein übernationales Regelwerk. Und die harte, normative Kraft der wirtschaftlichen Abhängigkeit, schafft zusätzlichen Druck. Während in der Klimapolitik sich einzelne Staaten noch zieren können (mit Betonung auf noch), und internationale Zusammenarbeit dort viel mit Geduld, Vernunft und Überzeugungsarbeit zu tun hat, bekommen bei der Digitalisierung jene Länder, die zögern, die wirtschaftlichen Folgen sehr rasch zu spüren. Nationale Gesetzgeber dürften somit auch auf diesem Feld zunehmend unter Druck geraten, entweder mitzuwirken oder ausgeschlossen zu bleiben. Vor 150 Jahren, als in der Schweiz die Eisenbahn landesweite Verbindungen ermöglichte, mussten die verschiedenen Uhrzeiten in der Schweiz vereinheitlicht werden. St. Gallen hatte und hätte, wenn man es genau nimmt (und man muss es gar nicht so genau nehmen), nicht zur selben Zeit Mittag wie Genf. Der bundesstaatliche Fahrplan setzte sich aus verständlichen Gründen darüber hinweg. Heute werden die Uhren wieder neu gestellt; einfach auf globaler Ebene. Die internationalen Vereinbarungen und Initiativen, insbesondere in Europa mit dem „Digital Single Market“, haben in den letzten Jahren denn auch deutlich zugenommen. Und diesen weiteren „Kompetenzshift“ von der nationalen auf die internationale Ebene anzuerkennen, dürfte nicht allen leicht fallen.

Siebtens, die digitale Zukunft wird auch das Verhältnis des einzelnen zur Gemeinschaft verändern. Der Staat wird davon betroffen sein. Bereits heute können Sie sich in Ihre persönliche Welt zurückziehen. Sie können auf individuellen Plattformen Ihre eigenen, sogenannten Freunde auswählen, und sie auch schnell wieder ausblenden. Sie bestimmen, welche spezifischen News man Ihnen zustellt. Sie konsumieren die auf Sie zugeschnittenen Unterhaltungssendungen. Sie leben abgeschirmt mit Gleichgesinnten in Ihrer virtuellen Blase oder besser in ihrem virtuellen Bläschen. Und viele schrecken geradezu auf, wenn bei ihnen der Nachbar an der Tür klingelt, weil der unangekündigte Besuch von Nebenan fremder erscheint, als ein Skype Gespräch mit Australien. Oder überspitzt: The Neighbourhood is a foreign country. They do things differently there.

Für eine Gemeinschaft, welche in einem gemeinsam geteilten - physisch, nicht virtuell geteilten - Territorium lebt und von vielen Gesetzen und Vorschriften, kulturellen Entwicklungen, wirtschaftlichen Trends, Katastrophen und anderen Erfahrungen betroffen, bzw. dabei auch aufeinander angewiesen bleibt, ist es jedoch wichtig, über breite, umfassende Plattformen zu verfügen. Eine Gesellschaft muss sich abgleichen können, sich austauschen und dadurch neu eichen, neudefinieren und neu ausrichten. Schon heute werden Volksabstimmungen und Wahlen zunehmend nicht nur zu einem Mittel der demokratischen Partizipation. Sie werden zu einem der wenigen (vom Staat bereitgestellten, öffentlichen) grossen Plätze, auf dem alle Bürger regelmässig wichtige gesellschaftliche Fragen diskutieren, Argumente austauschen und Menschen so einander näher gebracht werden können. „To share“ - im wirklichen Leben - ist eben mehr als eine Option auf dem Handy, um seine Instagram Community mit Selfies zuzuschütten. „To share“ hat in einer Gesellschaft mit echten Kontakten zu tun, mit dem Teilen von Werten und Leistungen und dem Austausch von Meinungen, selbst mit Leuten, von denen man nicht von vornherein ausschliessen kann, dass sie allenfalls eine andere Meinung vertreten. Es ist meines Erachtens auch ein Missverständnis, wenn man von einem „sozialen“ Netzwerk spricht, nur weil man sich gegenseitig Mitteilungen zustellen kann. Das ist vielleicht sozialer als nichts. Aber kein Chatroom ersetzt die Kaffeepause, welche Sie heute Morgen hoffentlich noch bekommen werden. Kein Facebook ersetzt die Spitex. Und kein Twitter ersetzt die Pfadi oder den Blauring. Wir müssen aufpassen, dass wir eine Zersplitterung in weit voneinander entfernte Kleinstgesellschaften verhindern. Und wir müssen überhaupt aufpassen, dass der Bürger im Verhältnis zum Staat sich nicht wie ein Kunde im Geschäft mit seinem Leistungserbringer wahrnimmt: Er zahlt zwar Steuern, möchte für diesen Preis aber auch sofort eine direkte Gegenleistung. Genau das ist eben das Gegenteil von sozial. In der digitalen Zukunft wird der Staat diesem Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts zusätzliche Aufmerksamkeit widmen müssen.

Meine Damen und Herren, die Gestaltung der Rahmenbedingungen, sowohl auf nationaler Ebene als auch in internationalen Organisationen, ist zwar eine grosse Aufgabe, sie ist aber überhaupt kein Grund, hilflos oder ohnmächtig auf die Sachzwänge zu warten, welche uns dann längerfristig die Leitplanken setzen würden. Wenn ein Land gute Voraussetzungen mitbringt, um national oder international diese Gelegenheit in Perspektiven umzuwandeln, dann ist es die Schweiz. Wir sind innovativ, wettbewerbsfähig, haben unglaublich viele, kreative Köpfe in der Schweiz. Und wenn wir einen richtigen venture capital Markt und eine etwas weniger risikoaverse Finanzierungsbereitschaft hätten, dann würden solch kreative Köpfe in vielen KMU noch mehr Chancen haben. Wir haben gute Infrastrukturen, eine hervorragende Verwaltung (das sage ich natürlich ganz objektiv), einen funktionierenden Rechtsstaat, eine gute Ausbildung und weitere attraktive Standortbedingungen. Die digitale Zukunft kann uns sehr viel bringen und erschliessen. Und wir alle hier können dazu einen Beitrag leisten. Aber wir müssen es auch tatsächlich wollen. Sie wissen, wir haben eine hierzulande eine gewisse Tendenz, in den kleinen Dingen sehr hektisch zu sein und in den grossen Dingen eher fatalistisch. Wir verhalten uns dann wie ein Mittelschüler, der seine Chemieaufgaben machen müsste und stattdessen beginnt, akribisch sein Zimmer aufzuräumen. Das macht er zwar sehr gut, aber eigentlich sollte er etwas anderes tun. Die digitale Entwicklung ist so ein grosses Ding. Es wäre verhängnisvoll, wenn wir in diesem Bereich den uns zur Verfügung stehenden Spielraum nicht nutzen und stattdessen schulterzuckend zuschauen würden.

Die britische Zeitung „The Guardian“ (23.5.2014 by David Runciman) schrieb in diesem Zusammenhang: „The information technology revolution has changed the way human beings befriend each other, how they meet, date, communicate, medicate, investigate, negotiate and decide who they want to be and what they want to do. Many aspects of our online world would be unrecognizable to someone who was transplanted here from any point in the 20 th century” . Es ist gut möglich, dass die digitale Revolution in ferner Zukunft als die prägendste Entwicklung zu Beginn des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden wird. Und wir sind mitten drin. Es könnte auch anders kommen: Vielleicht werden uns das Klima, neue Viren oder neue Konflikte schlagartig und ein weiteres Mal vor Augen führen, wie wir uns täuschen können. Aber was es auch sein wird, die digitale Revolution, die neuen Mittel, über die wir damit verfügen, dürften eine entscheidende Rolle spielen, wie wir diese Zukunft, dieses uns noch fremde Land, betreten und zu unserem eigenen machen können.

Stimme der Regierung: Die digitale Zukunft braucht Freiheit, Sicherheit und Wissen

Hannover, 14.03.2016 – Sequenzen der Rede von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann anlässlich der Eröffnung der CeBIT 2016

Wir müssen lernen mit den Möglichkeiten und auch Risiken der neuen digitalen Technologien umzugehen. Und das nicht morgen, sondern heute. Dabei brauchen wir Orientierungshilfen.
Ich sehe drei wichtige Pfeiler:
- Freiheit
- Sicherheit
- Wissen

Die digitale Zukunft braucht Freiheit, Sicherheit und Wissen

Hannover, 14.03.2016 - Sequenzen der Rede von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann anlässlich der Eröffnung der CeBIT 2016

Freiheit ist die Voraussetzung für Kreativität. Die technologischen Potentiale können sich nur entfalten, wenn wir den klügsten Köpfen den nötigen Freiraum lassen. Als Liberaler werde ich deshalb etwas unruhig wenn ich sehe, dass Juristen schon über die zukünftigen Rechte unserer Roboter debattieren. Eine gewisse Zurückhaltung wäre wünschenswert. Denn während wir uns rechtlich gegen alle möglichen Gefahren absichern, riskieren wir, dass immer mehr Wertschöpfungsketten nach Kalifornien oder Asien abwandern.

arrow

Nur der verantwortungsvolle Umgang mit Technologie in einem freiheitlichen Umfeld wird es uns erlauben, unsere Industrie und Wirtschaft zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Zudem sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass es keinem staatlichen Gremium gelingen kann, den Überblick zu wahren und Entwicklung in bestimmte Bahnen zu leiten. Hier müssen sich Pioniergeist und Vernunft die Hand geben. Das heisst aber nicht, dass der Staat tatenlos zuschauen soll. Ganz im Gegenteil: Er hat für die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu sorgen. Das fällt bei diesem Thema nicht leicht.

Die digitale Zukunft braucht Freiheit, Sicherheit und Wissen

Hannover, 14.03.2016 - Sequenzen der Rede von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann anlässlich der Eröffnung der CeBIT 2016

Die Sicherheit. Die öffentliche Hand muss weiterhin dafür sorgen, dass die Sicherheit aller Bürger gewährleistet bleibt. Das bleibt eine der wichtigsten Aufgaben des Staates – und sie wird in der digitalen Welt nicht einfacher. Ist der der Schutz der Privatsphäre des einzelnen Bürger weniger hoch zu gewichten als das Interesse der Gesellschaft, sich gegen Terrorismus und Kriminalität zu verteidigen? Sie wissen, diese Debatte findet zurzeit in den USA zwischen einem Unternehmen und dem FBI statt. Wir müssen dazu auch in Europa Antworten finden.

arrow

Eines ist heute schon klar: Die neuen digitalen Technologien können dem Allgemeinwohl nur nützlich sein, wenn der Bürger sich nicht von ihnen bedroht fühlt. Hackern und anderen digitalen Freibeutern gilt es das Handwerk zu legen. Das wird mehr denn je nur mit Kooperation gelingen – geographische Grenzen verschwinden auf dem digitalen Globus.

Die digitale Zukunft braucht Freiheit, Sicherheit und Wissen

Hannover, 14.03.2016 - Sequenzen der Rede von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann anlässlich der Eröffnung der CeBIT 2016

Das Wissen. „Civilization is a race between education and catastrophe“, schrieb der Autor H.G Wells. Dieses Rennen müssen wir gewinnen. Heute mehr denn je. Einerseits steigen die Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt noch weiter an. Wir tun gut daran, auch in Zukunft in unsere Bildungssystem stark zu investieren.

arrow

Die Plattitüde von den klugen Köpfen als einziger Rohstoff ist etwas abgenützt, trifft aber auf die Schweiz weiter zu – und auf viele andere Länder auch. Bildung vermittelt den Menschen Fähigkeiten, sichert ihnen Chancen auf einen Job und gibt ihnen damit eine Perspektive. Zweitens macht Wissen aus – überspitzt gesagt – unmündigen Konsumenten neuer Technologien mündige Bürger. Auch das ist zentral, wenn wir die Digitalisierung als Chance nutzen wollen. Dabei sind nicht nur die Ingenieurwissenschaften gefordert, ihr Wissen mit der breiten Öffentlichkeit noch besser zu teilen, damit diese mitreden kann. Auch die Geistes- und Sozialwissenschaftler etwa sind gefragt, um die neuen Formen des menschlichen Lebens und Zusammenlebens zu verstehen und zu vermitteln.

Digitale Fitness – von nun an ein Muss

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach.

Die Social Media und ihre Netzwerkeffekte, die uns seit Anfang der Nuller-Jahre begleiten, kamen auf vergleichsweise sanften Pfoten daher. Sie bescherten uns allerdings einen Paradigmenwechsel, im Zuge dessen sich die Macht von Unternehmen, Organisationen und Institutionen zu den Menschen verschob.

arrow

Was das bedeutet? Inzwischen entscheiden vor allem die eigenen Kunden durch ihr Onlinegerede darüber, ob neue Kunden kommen und kaufen. Und die eigenen Mitarbeiter entscheiden durch ihre Stimmen im Web maßgeblich mit, wer die besten Talente gewinnt.

Doch während ein Großteil der Anbieter das Ausmaß dieser Entwicklung nicht einmal annähernd begreift und ein Erweckungserlebnis vielen Managern noch gänzlich fehlt, ist bereits die nächste Stufe gezündet. Der Übergang von einer linearen zu einer exponentiellen Ära katapultiert uns voran. Dabei wird der Kuchen ganz neu verteilt.

Und nicht die Schnellen, die Großen und die Skrupellosen, sondern die digital Fitten sind diesmal vorn. Mehr oder weniger alle Branchen sind davon betroffen. Fünf Jahre höchstens, sagen die Kassandras der Wirtschaft, haben die Unternehmen noch Zeit. Wer dann nicht durchdigitalisiert ist, kommt auf den Friedhof.

Die Grosse Transformation21...

St. Gallen, im September 2015, Prof. Dr. Fredmund Malik

wird durch einige, sich gegenseitig verstärkende Kräfte getrieben, die bereits 1997 recht gut erkennbar waren. Welche Prozesse treiben den Wandel am stärksten voran? Was ist schon in vollem Gang, und was noch in der Warteschlaufe? Was wird als gewichtiger Trend missverstanden, und was wird ignoriert?

arrow

Die Antworten darauf würden ein ganzes Buch füllen. Aus dieser Fülle habe ich fünf Treiber herausgefiltert und zusammengenommen, die ich in ihrem Wechselspiel als die Hauptkräfte der Grossen Transformation21 ansehe: es sind die globale Bevölkerungsentwicklung, sodann die ökologischen Fragen, ferner die Fortschritte in Wissenschaft und Technologie sowie die Ökonomie, und hier vor allem die alles durchseuchende Verschuldung. Alle zusammen kulminieren in einer neuen, bis heute noch nie dagewesenen Komplexität. Diese zu managen, zu meistern und zu nutzen, ist die eigentliche Kernherausforderung.

Mit veralteten Denkweisen und Methoden kann man eine solche Herausforderung aber nicht meistern. Herkömmliches Management kann diese Anforderung schon länger nicht mehr wirklich erfüllen, wird aber noch durch viel Improvisieren mit gutem Willen aufrechterhalten. Die Kurzsichtigkeit ist augenscheinlich. Auch hier ist der Umstieg von der roten auf die grüne Kurve überfällig.

"Jedes, wird ein Startjahr der Digitalisierung"

Roland Ingold, CIO, Pax

„Das Internet ist das stationäre und mobile Kommunikationsmedium des digitalen Zeitalters. Vernetzung im digitalen Zeitalter betrachtet daneben auch die sozialen Verknüpfungen, die durch Kombinationen unterschiedlicher digitaler Informationen und Daten entstehen“

Lemke & Brenner, 2015

„One day, I believe we`ll be able to send full rich thoughts to each other directly using technology“

Mark Zuckerberg

Digitalisierung und die Optimierung End-to-End-Prozesse

Roland Ingold, Pax

„Die grössten technichen Herausforderungen im Bereich IT werden die Digitalisierung im Allgemeinen und die Optimierung unserer End-to-End-Prozesse sein und uns in nächster Zeit intensiv beschäftigen. Mobilität und Sicherheit werden dabei immer wichtiger werden“.

Digital Maturity – Accenture

Roland Ingold, Pax

IT & Communication, Media & Entertainment, Banking, Pharma & Healthcare, Logistic & Transport. Schweiz; SBB, UBS, Swisscom, ABB, Panalpina, Syngenta, Kuoni, Credit Suisse.

Herausforderungen Digitalisierung und Cyber Security

Markus Fischer

Bereits in den «E»-Gebieten (E-Business, E-Commerce, E-Government, E-Health etc.) hat sich gezeigt, dass die rasante technologische Entwicklung – und die damit entstehenden Möglichkeiten – der effektiven Nutzung und Adaption der ICT in Wirtschaft, Gesellschaft und in weiteren Sektoren weit voraus eilt. Dadurch entstehen Brüche (digital divide) und Lücken (gaps), die sich nur über längere Zeit mit hohem Aufwand (Information, Bildung, Fachkräfte) und Ausdauer schliessen lassen.

arrow

Die äusserst dynamische Entwicklung der ICT führt zwar laufend zu «besseren», raffinierteren und reiferen Komponenten und Systemen. Aufgrund der hohen und weiter zunehmenden Komplexität und Vernetzung nimmt die Verwundbarkeit insgesamt jedoch zu, während die Fähigkeit zu Widerstand und Regeneration (resilience) der Systeme und «systems of systems» noch ungenügend ist. Damit erhöht sich die Gefahr, dass kritische Infrastrukturen, Dienste und Anwendungen Schaden nehmen oder gar ausfallen.

Angriffe (cyber attacks, cyber war) auf Akteure, Dienste, Systeme und Netzwerke erfolgen mittlerweile permanent und nehmen bezüglich Bedeutung, Intensität, Komplexität und effektivem Schaden laufend zu. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, die Transparenz völlig ungenügend. Es ist gerechtfertigt, neben ABC-Waffen neu auch von D(digitalen)-Waffen zu sprechen. Ihre Existenz, forcierte Entwicklung und Proliferation sind zu einer bedrohlichen Realität mit globalen Dimensionen geworden.

Mit der Digitalisierung, Virtualisierung, Miniaturisierung, Leistungssteigerung und Vernetzung entstehen nicht nur neue Geräte (z.B. Mobile Devices) und Dienste (z.B. Apps), sondern auch neue Geschäftsmodelle und Prozesse. Dadurch werden bestehende Konfigurationen obsolet, und auch etablierte Akteure sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Es entstehen neue, mächtige globale Player, Monopole und Kartelle – und mit ihnen neue Risiken, z.B. bezüglich der Verwendung von Daten, Einflussnahme, Beherrschung.

Immer mehr Gebrauchsgegenstände (z.B. Autos), Gebäude, Industrieanlagen etc. werden zu höchst komplexen Systemen, in denen Sensoren, «intelligente» (smarte) Komponenten und Roboter wichtige Funktionen selbständig, vernetzt – und damit verwundbar, aber kaum resilient – ausführen. Die Kontrolle über diese «Akteu-re», ihre Funktionen und deren potenziellen bzw. effektiven Missbrauch wird zunehmend schwierig: ist eine Komponente, ein System einfach nur «defekt» – oder wurde es gezielt angegriffen?

Als Folge der Digitalen Transformation entstehen gigantische Datenmengen (Big Data). Diese werden mittels intelligenten, «kognitiven» Systemen und Anwendungen analysiert, ausgewertet und die Befunde an weitere Systeme und Anwendungen weitergereicht – und von Algorithmen und Roboter überwacht, welche ihrerseits wiederum Aktionen auslösen. Sind solche Systeme und ihre «Handlungen» noch kontrollierbar? Wer zertifiziert und überwacht sie? Taugen bestehende Regelwerke, Verhaltenskodizes, Sanktionierungen noch?

Die «Intelligenz» und Wirksamkeit solcher Systeme hängt nicht nur von einem klugen Design und professionellen Betrieb ab, sondern in höchstem Mass auch von der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Infrastrukturen und Umgebungen, auf denen sie basieren und in denen sie ihre Wirkung entfalten. Ohne Energie – vor allem Stromversorgung und -speicherung – und Telekommunikation geht gar nichts. Eine Welt mit ICT, aber ohne Strom, steht still, ist kalt und schwarz.

Solche Engpässe oder gar Zusammenbrüche kritischer Infrastrukturen und Dienste zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Weiterentwicklung und der künftige Bedarf gesichert – und dabei Sicherheit und Schutz gewährleistet – werden, ist nationale, vorrangige Aufgabe jeder Volkswirtschaft. Die Dynamik ist nicht zu unterschätzen: der Gap zwischen den Potenzialen und Anforderungen einerseits und der Überwindung von Schwachstellen und Vernachlässigung andererseits weitet sich aus. Gleichzeitig nehmen die Bedrohungen zu.

Dies betrifft auch das regulatorische Umfeld (Gesetze, Verordnungen, Rahmenbedingungen, Abbau von Hemmnissen etc.), die Planung, Steuerung und Kontrolle von Organisationen, das Risk Management, die Governance und Compliance: nur wer versteht, was sich abspielt, kann seine Aufgabe bestmöglich wahrnehmen. Diesbezüglich bestehen zweifellos qualitative und quantitative Lücken –, die sich kurzfristig weder durch den Import von Führungs- und Fachkräften noch durch das Bildungssystem schliessen lassen.

Banken und Versicherungen...

...konzentrieren sich mehr und mehr auf die Transformation ihres Kerngeschäfts und ihre Kernkompetenzen. Die Digitalisierung sowie die Kundenprozesse gehören mehr und mehr in diese Transformation.

Digitalisierung für Alles

Peter Kummer, SBB

Digitale Technologien sind bei den SBB in fast allen Bereichen kaum mehr wegzudenken. Sie helfen, die Bahn besser und günstiger zu machen. Nebst den Optimierungen von internen Prozessen und im Kapaziätsmanagement wollen wir Dienstleistungen anbieten, die Kunden einen Mehrwert bieten.

Darf der Technologie-Wandel auch etwas kosten und was sind die Hindernisse?

Peter Kummer, SBB

Der Nutzen steht im Vordergrund. Es wird wie bei jeder anderen Investition analysiert, welcher Nutzen resultiert und ob es sich lohnt, dafür Geld auszugeben. Bei diesen Investitionen gibt es immer auch einen Kulturwandel für neue Technologien auf dem Weg zur Digitalisierung. Dieser muss mit entsprechenden Programmen begleitet werden.

Management und der Digitale Wandel

Peter Kummer, SBB

Das Management muss die Rolle der Vorreiter einnehmen. Sitzungen werden je länger, je mehr virtuell mit entsprechenden ICT-Technolgoen statt. Die Konzernleitung ist seit drei Jahren papierlos und Dokumente für die Sitzungen werden via iPad verteilt.

Welches sind die Herausforderungen für den CIO?

Peter Kummer, SBB

Das Schwierigste ist, mit dem Trade-off von Agilität und Flexibilität versus Stabilität und Standardisierung umzugehen. Die IT muss in verschiedenen Modi funktionieren. Das heisst, wir müssen vielversprechende Innovationen rasch umsetzen können, aber die Sicherheit und Stabilität im Bahnsystem gewährleisten. Nur so können wir nach und nach die physische Welt mit der digitalen Welt ergänzen.

Digitale Transformation – Aufgaben, Kompetenz, Verantwortung

Markus Fischer

Digitale Transformation und «Cyber Security» gehen uns alle an – weil wir alle gleichzeitig Akteure und Be-troffene sind. Niemand kann sich von den damit verbundenen individuellen und kollektiven Aufgaben, Kompe-tenzen und Verantwortlichkeiten dispensieren. Das Hauptrisiko besteht bekanntlich in den schwächsten Glie-dern jeder Kette bzw. jedes Netzwerks.

arrow

Um Digitale Transformation und «Cyber Security» täglich leben zu kön-nen, stehen folgende Massnahmen im Vordergrund:
- Allgemeine und spezifische Sensibilisierung der Akteure
- Gezielte, stufengerechte Aus- und Weiterbildung ab Grundstufe
- Verhaltens- und Handlungsgrundsätze bei Bedrohungslagen

- Wahrung der digitalen Souveränität: Recht, Schutz, Verantwortung
- Informations-, Kommunikations- und Experten-Netzwerk
- «Cyber Security» Helpdesk für konkrete Ereignisse, Vorfälle

Unsere Gesellschaft ist nun an einem kritischen Punkt angelangt...

Prof. Dr. Dr. h.c. Dirk Helbing, Computational Social Science, ETH Zurich

...wo sie in Gefahr ist, Demokratie und Kapitalismus zugunsten von neuen Loesungen aufzugeben, die nicht ausreichend getestet sind und nach meinen neuesten Analysen katastrophale Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben koennen. Der bessere Weg in die Digitale Zukunft besteht vielmehr daraus, Demokratie und Kapitalismus mittels neuen technologischen Moeglichkeiten (Internet der Dinge) miteinander zu verheiraten und die Selbstorganisationsfaehigkeit von Systemen auf dezentrale Weise durch digitale Assistenten zu unterstuetzen.

“Digitalisierung und Big Data...

Prof. Manfred Bruhn

...sind nur Werkzeuge, um näher zum Kunden zu kommen.”

Die konsequente Vernetzung aller Dinge...

Dirk Wollschläger, GM Global Automotive Industry IBM Deutschland

...schliesst das Auto besonders mit ein. Welche Weiche heute stellen, damit das Auto „morgen“ funktioniert? Einige Statements dazu;
„Automobilhersteller müssen sich der digitalten Welt stärker öffnen und statt dem mehrjährigen Fahrzeuglebenszyklus kurzfristige Innovationszyklen für digitale Dienste schaffen.“

„Automatisiertes Fahren, individuealisierte Mobilitätsdienstleistungen...

Axel Schmidt, Accenture GmbH

...dazu ist die Vernetzung die Basis für den Umsatz von morgen. Das fordert umfassende Digitalisierung und neue, überzeugende Geschäftsmodelle.“

„Die Verbindung des Fahrens mit der digitalen Welt gibt Funktionsräume,...

Jens-Uwe Holz, Atos Deutschland

...die sich nur im Fahrzeug abbilden lassen. Die Kombinationsmöglichkeiten aller Dienste sind noch nicht absehbar. Hersteller müssen auf Plattformen setzen, die beim Transaktionsvolumen und der Anpassung flexibel sind“.

„Der Weg zum autonom fahrenden Fahrzeug...

Thomas Garn, Computacenter

...geht über den schrittweisen Ausbau der Assistenz- und Sicherheitssysteme. Der schnelle Ausbau einer Car-to-Car- und Roadise-Infrastruktur ist daher notwendig“.


Experten- und Marktplattformen

Cloud Computing

Technologie-Basis zur Digitalisierung

mehr

Sicherheit und Datenschutz

Vertrauen zur Digitalisierung

mehr

Anwendungen

wichtige Schritte zur Digitalisierung

mehr

Digitale Transformation

Partner zur Digitalisierung

mehr

Energie

Grundlage zur Digitalisierung

mehr

Experten- und Marktplattformen

  • company

    Cloud Computing

    Technologie-Basis zur Digitalisierung

    mehr
  • company

    Sicherheit und Datenschutz

    Vertrauen zur Digitalisierung

    mehr
  • company

    Anwendungen

    wichtige Schritte zur Digitalisierung

    mehr
  • company

    Digitale Transformation

    Partner zur Digitalisierung

    mehr
  • company

    Energie

    Grundlage zur Digitalisierung

    mehr